Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastung

Das Finanzamt beteiligt sich an den Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastung?

Bei Scheidungskosten hat der Staat ein Einsehen. Kosten eines Zivilprozesses sind nicht als außergwöhnliche Belastung anzusetzen. Anders bei Scheidungskosten. Hier sagt der Fiskus, diese Verfahren sind unvermeidlich und können nicht vorhergesehen (!) werden. Deshalb gelten  diese Kosten als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 Einkommenssteuergesetz, da es sich um Aufwendungen handelt, "ohne die der Steuerpflichtige Gefahr liefe, seine Existensgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse in dem üblichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu können."

So sieht es das Finanzgericht Rheinland-Pfalz in einer  Entscheidung vom 16.10.2014, Az.: 4 K 1976/14. Der Aufwand für eine Scheidung, die nur durch ein Gericht ausgesprochen werden kann, muss demnach steuerlich anerkannt werden. Dies gilt nur für die Kosten des Scheidungsverfahrens, nicht für die sogenannten Folgesachen, wie bspw. Unterhalt oder Zugewinn.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der BFH muss noch entscheiden.  Tipp: Die Kosten trotzdem als außergewöhnliche Belastungen geltend machen, da nur so Ansprüche gesichert werden.