Neuerungen in 2017

Wichtige Neuerungen in 2017 – Auswahl -

Zusätzlicher Feiertag

Alle Arbeitnehmer, aber auch Schüler und Studenten dürfen sich im kommenden Jahr über einen zusätzlichen Feiertag freuen. Der Reformationstag am 31. Oktober wurde ausnahmsweise und einmalig zum bundesweiten Feiertag erklärt, weil sich in diesem Jahr zum 500. Mal der Thesenanschlag Martin Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg jährt, mit dem die Reformation begann. Zusätzlich ist 2017 aber ohnehin recht arbeitnehmerfreundlich, was die Feiertage betrifft. Sowohl der 1. Mai als auch der 1. Weihnachtsfeiertag werden dann im Gegensatz zu 2016 wieder auf Wochentage fallen.


Mindestlohn


Millionen Deutsche erhalten im neuen Jahr automatisch einen höheren Lohn. Denn der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar um 34 Cent auf brutto 8,84 Euro pro Stunde, das entspricht einer Erhöhung um rund vier Prozent. Für einen Beschäftigten in Vollzeit bedeutet dies ein Plus von rund 55 Euro brutto im Monat.


Hartz-IV-Sätze steigen

Auch jene, die von Hartz IV leben müssen, bekommen ab 2017 etwas mehr Geld. Am stärksten steigen die Regelleistungen für Kinder vom Beginn des 7. bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres. Sie erhalten 291 statt bisher 270 Euro. Dem Plus liegt die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts von 2013 zugrunde. Demnach ist der Bedarf in dieser Altersgruppe für Lebensmittel und Getränke erheblich höher als bisher berechnet. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren erhalten fünf Euro monatlich mehr. Ihnen stehen dann 311 Euro im Monat zu. Die gleiche Erhöhung gilt für ledige Erwachsene (künftig 409 Euro). Ehepaare beziehungsweise Paare in sogenannten Bedarfsgemeinschaften bekommen ab nächstem Jahr 368 statt bisher 364 Euro pro Person.


Trennungskinder bekommen mehr

Ab dem kommenden Jahr steigen die Sätze der sogenannten Düsseldorfer Tabelle, auf der die Unterhaltszahlungen für Trennungskinder basieren. Demnach steigt der Mindestunterhalt für Kinder der ersten Altersstufe (bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres) von 335 auf 342 Euro, für Kinder der zweiten Altersstufe (bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres) von 384 auf 393 Euro und für Kinder der dritten Altersstufe (vom 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit) von 450 auf 460 Euro. Volljährige Kinder erhalten 527 statt bisher 516 Euro.

Wenn der unterhaltspflichtige Elternteil nicht zahlt oder einen unterhalb des Mindestunterhaltes liegenden Unterhaltsbeitrag leistet, springen die Sozialämter ein und zahlen einen sogenannten Unterhaltsvorschuss. Diesen verlangen sie dann vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurück. Der Unterhaltsvorschuss soll nun ausgeweitet werden. Die Reform sieht vor, dass er künftig nicht nur wie derzeit bis zum 12. Lebensjahr des Kindes maximal sechs Jahre lang gezahlt wird, sondern bis zum 18. Lebensjahr. Allerdings haben sich Bund und Länder noch nicht endgültig auf die Finanzierung geeinigt. Deshalb ist auch noch unklar, wann die Änderung genau kommt.

Gesetzliche Pflegeversicherung zahlt mehr

Zum 1. Januar tritt die dritte Stufe des Pflegestärkungsgesetzes in Kraft. Sie bringt mehrere Neuerungen für Versicherte: Erstens werden die bisherigen drei Pflegestufen durch fünf neue Pflegegrade ersetzt. Sie sollen vor allem Versicherten mit geistiger Beeinträchtigung besser Rechnung tragen. Geistige und körperliche Einschränkungen werden künftig gleichermaßen erfasst und in die Pflegebedürftigkeit einbezogen. Zweitens erhöhen sich die Leistungen der Pflegeversicherung in allen Bereichen und Pflegestufen. So zahlt die Kasse jetzt für häusliche Pflege bis zu 1995 Euro, bislang waren es maximal 1612 Euro. Im Gegenzug müssen gesetzlich Versicherte einen Wermutstropfen schlucken: Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent, Kinderlose zahlen künftig 2,8 Prozent.


Roaming-Gebühren werden abgeschafft

Ab 15. Juni 2017 zahlen Europäer auf Reisen im EU-Ausland für Handygespräche denselben Preis wie für Handygespräche zu Hause. Noch zu klären ist, ob es eine Obergrenze für die Dauer des Roamings geben soll. Damit soll ein Missbrauch verhindert werden, zum Beispiel der dauerhafte Gebrauch ausländischer SIM-Karten in Deutschland.


Strompreis steigt

Viele Verbraucher müssen sich auf höhere Stromrechnungen einstellen. Die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom steigt um gut einen halben Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Nach Informationen des Vergleichsportals Check24 will mehr als jeder dritte Stromgrundversorger im kommenden Jahr die Preise anheben.


Quelle: Welt N24